Motz komm, hä stechelt

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In einem Schwalmdorf war der Sohn eines Schäfers Pfarrer geworden. Seine erste Predigt behandelte den Text:
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Als er nun immer wieder diese Stelle mit höchster Überzeugung und lauter Stimme in die Kirche hineinrief, sagte sein Vater, der so wie er ging und stand von den Schafen mit seinem Hund herbeigeeilt war: „Motz komm, ich kann d’s Geprohl net mih met ogeheerrn, ee Stebbche on ee Kämmerche eß alles, bas m’r honn, on met d’r Haand kann m’r ofs Dach gereeche!“1)
Ein anderes  Mal predigte der Schäferssohn über das Evangelium „Vom guten Hirten“, und sein Vater war wieder so wie er ging und stand von seinen Schafen mit seinem Hund herbeigeeilt.
Der Prediger führte eindringlich aus: „Der Hirte verlässt seine Herde nicht!“ Darauf ging der Alte mit seinem Hund zur Kirchentür hin und sagte: „Motz komm, hä stechelt!“2)

1) Motz komm, ich kann das Geprahle nicht mehr mit anhören, ein Stübchen und ein Kämmerchen ist alles, was wir haben, und mit der Hand kann man auf Dach reichen.
2) Motz komm, er stichelt!